Was ist Kunst - Benjamin und Heidegger

Was ist Kunst


Was ist Kunst?:
Positionen der Ästhetik von Platon bis Danto


Was ist Kunst? laut Benjamin

Walter Benjamin, 1892 - 1940, untersucht, wie sich Kunstwerke im Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit verändern.

Die neue Kunst unterscheidet sich nach Benjamin vor allem dadurch, dass ihnen die "Aura" fehlt - die Aura des Einmaligen, Besonderen, in der das ursprüngliche Eingebundensein des Kunstwerks in kultisch-sakrale Kontexte noch zu spüren war.

Dieser Kultwert und seine davon ausgehende Autorität geht dem reproduzierbaren Kunstwerk verloren. Benjamin sieht diesen Verlust der Autorität eines Kunstwerks durchaus als einen Gewinn.

Denn nun - befreit von der schon gesetzter Autorität der Kunst gewinnt Menschen, Kunst als Methode der analytischen Wirklichkeitserkenntnis einzusetzen. Der Kamerablick ermöglicht ein genaueres Bild der Gegenstands man es sonst gewohnt ist.

So kann der Betrachter sich nicht mehr in den Betrachtungsmodus begeben und sich seinen Assoziationen überlassen. Statt dessen wird er mit immer neuen Bilder - schockiert und aufgerüttelt.


Was ist Kunst? laut Heidegger

Heidegger, 1889 - 1976, unterscheidet das Seiende überhaupt in Ding, Zeug und Werk. Zu letzterem rechnet Heidegger die Kunst.

Er beschreibt als Kunst in etwa das, was Walter Benjamin als Kultwert der Kunst analysiert.

Heidegger bestimmt Kunst als das "Sich-ins-Werk-setzen der Wahrheit des Seienden." Mit Wahrheit meint Heidegger keineswegs - wie die Philosophie vor ihm - die richtige wahre o.ä. Darstellung von Wirklichkeit.

Sondern das Werk erschafft erst die Wirklichkeit (Welt), die es zeigt - bringt sie aus dem Verborgenen der verschlossenen Erde in das Werk.

So ermöglicht ein Werk dem Menschen, die Offenheit - das Sich-Offenbaren des Seins zu erfahren. In der Tragödie der alten Griechen wird nichts aufgeführt, sondern der Kampf der alten mit den neuen Göttern ausgetragen.

Dies aber vermag Kunst heute nicht mehr - es geschieht in Kunst keine Wahrheit mehr. Kunstwerke sind zu Dingen geworden.