Reimschema: Vom Kreuzreim bis zum umarmenden Reim
.gif)
Das Reimschema zu erkennen, ist nicht schwer. Besonders der Paarreim fällt sofort ins Auge.
Die hohe Kunst der Poesie ist nicht mal schnell erlernt. Wie alle Kunst und alles ernsthafte Spielen erfasst sie den ganzen Menschen, der sich auf sie einlässt.
Sie lässt ihn nicht mehr los und führt ihn über sich hinaus.
Ein Gedichte zu schreiben kann ein erster Anfang im großen Enfwurf über sich hinaus sein. Man kann es aber auch bei Gelegenheitsgedichten belassen.
Sinnvoll ist es, wenn du dich selbst auf einige Regeln festlegst. Constrains, die du in jedem Fall einhältst.. Nur dann kann es geschehen, dass du dich mit dem Gedicht selbst überraschst. Eine Möglichkeit, dich festzulegen, ist die Wahl des Reimschemas.
Damit legst du nicht nur fest, wie sich dein Gedicht reimen soll, sondern natürlich auch, dass es sich reimen soll. Ist ja nicht selbstverständlich. Es gibt auch ungereimte Gedichte. Die eine andere Stimmung erzeugen.
Ein Reimschema auswählen
Paarreim
Der Paarreim ist das Reimschema, das besonders häufig verwendet wird. Er fällt sofort ins Auge. Da er immer zwei Verse durch Reimworte verbindet, ist seine Bindungskraft von kurzer Reichweite.
a Du hast das nicht, was andere haben,
a Und andern mangeln deine Gaben.
b Aus dieser Unvollkommenheit
b Entspringet die Geselligkeit.
unbekannt
Kreuzreim
Der Kreuzreim ist nach dem Paarreim das zweite weit verbreitete Reimschema. Er bindet je zwei Verse - über einen dritten hinweg, der zu einem anderen Reim gehört.
a Dieses Baums Blatt, das von Osten
b Meinem Garten anvertraut
a Gibt geheimen Sinn zu kosten
b Wie´s den Wissenden erbaut.
Goethe, Ginkgo biloba
Umarmender Reim
Der umarmende Reim ist das Reimschema mit besonders weiter Bindungskraft. Er bindet den ersten und letzten Vers einer Strophe zusammen. Besonders wichtig ist dieses Reimschema für Sonette.
a Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,
b In allen Lüften hallt es wie Geschrei
b Dachdecker stürzen ab und geh´n entzwei,
a Und an den Küsten - liest man - steigt die Flut.
Jakob von Hoddis, Weltenende
Schweifreim
Auch der Schweifreim hat eine Bindungskraft, die über vier Verse reicht. Der Schweifreim tritt vor allem in sechszeiligen Gedichten auf. Die berühmtesten Schweifreime stammen von Matthias Claudius. Sie sind als das "Abendlied" zum Volkslied geworden.
a Der Mond ist aufgegangen
a Die goldenen Sternlein prangen
b Am Himmel hell und klar.
c Der Wald steht schwarz und schweiget
c Und aus den Wiesen steiget
b Der weiße Nebel wunderbar.
Matthias Claudius: Abendlied
Pfiffige Ideen sind der Clou - bei allen Dichtern sowieso :)




.jpg)




hui
welche Reimschemata gibt es noch?
lesen!
Paarreim, Kreuzreim und Schweifreim.
Noch Fragen?
?
ich glaube es gibt keinen
ich glaube es gibt keinen anderen...ich kenne nur diese.
Schweifreim ergänzt
Spielen ist das ganze Geheimnis.
sauber
sauber