Mit Wissenschaft lässt sich alles berechnen. Bis auf den kleinen, entscheidenden Rest. Dich.
Glückstier Storch
Vielleicht hast du dich schon gefragt, was ausgerechnet den Storch mit Reimen und Gedichten verbindet.
Ich jedenfalls habe mir diese Frage natürlich schon gestellt. Seitdem er hier einfach so mir nichts dir nichts gelandet ist. Irgendwas wird der balzende Herr Storch und die freundlich blickende *sie schaut doch freundlich, oder?* Frau Störchin ja im Schilde beziehungsweise im Federkleid führen.
Hier im Wendland, wo ich lebe, leben viele Störche. Auf dem Schornstein der Backstube, gleich nebenan, brütet seit vielen Jahren ein Storchenpärchen. Der Storch ist wieder da! Es freuen sich alle Dorfbewohner, wenn der erste Storch unseres Pärchens Anfang April wiederkommt.
Jeder hat ihn schon gesehen. Ob es ihm gut geht, ob Frau Störchin auch gesund ankommen wird. Und endlich im Mai dann, kommt sie, die ersehnte Frau Störchin. Es wird lebhaft im Storchennest in der Mitte unseres Dorfes.
Vielleicht sind Herr und Frau Storch vom Bäckers-Schornstein direkt hier in den Header hinein geflogen? Weit ist es ja nicht. Das würde allerdings noch nicht erklären, was der Storch mit Gedichten zu tun hat. Warum also die beiden nun gerade hier sind.
Der Storch als Glücksbringer
Vielleicht ist die beiden Störche da oben auf dieser Website gelandet, weil Störche schon in alten Zeiten als Glücksbringer galten?
Und deshalb in Fragen Liebe, Hochzeit, Geburt, Heim, Heimat als Experte, ja als Lehrer gelten? Glück und Geborgenheit - gut, dann wäre der Storch ein sehr passendes Wappentier für eine Gedichte-Seite wie diese.
Doch wie kommt es überhaupt, dass der Storch in allen Zeiten mit Glück und Freude in Verbindung gebracht wird? Das zumindest wollen Dichter und überhaupt Menschen, die Freude an Gedichten haben, meist genauer wissen. "Es ist eben so" - damit geben sich Dichter eher nicht zufrieden. Gesagt, getan, also grabe ich, was ich denn finde.
Der Storch als Tänzer
Als Dichter gilt der Storch nicht, wohl aber als Tänzer. Störche verständigen sich durch Gesten und Tänze. Aha - das ist ja schon mal eine Spur. Immerhin sind rituelle Spiele und Tänze eine der ursprünglichsten Formen von Kunst. Grundformen, aus denen sich erst viel später Dichtung, Musik, Theater ausdifferenziert haben.
Störche klappern mit den Schnäbeln, stolzieren und schlagen mit den Flügeln. Jede dieser Gesten und Bewegungen hat eine ganz spezielle Bedeutung. Diese besondere Art der Kommunikation wurde in alten Mythen als Vorbild für rituelle Tänze gedeutet.
Auch im Kalif Storch, dem bekannten Märchen von Wilhelm Hauff vollziehen die Störche seltsame Bewegungen, die den Kalifen und seinen Großwesir, in Störche verwandelt, wider Willen zum Lachen bringt.
Störche als liebevolle Eltern
Störche sind dafür bekannt, das sie liebevoll und umsichtig ihre Jungen versorgen und schützen. Diese Eigenart hat den Storch berühmt als Kinder-Freund gemacht. So umsorgt zu werden. Wie schön.
Auch baut der Storch sein Nest gern in der Nähe von Menschen. Das zeichnet ihn als geselliges Tier aus. Menschen mögen Störche gewiss auch aus diesem Grunde. Und in vielen Kulturen gilt der Storch sogar als heiliges Tier. Die Göttin der Ehe und Geburt bei den Griechen - Hera ehrte dieses Tier als ihr heilig.
Der Storch als Begleiter einer glücklichen Geburt
Heute wird der Storch sehr eng mit einer glücklichen Geburt verbunden, aber auch schon mit Hochzeit und Schwangerschaft.
Eine glückliche Geburt - diese Tradition ist alt und war für Frauen immer ein besonders wichtiges Thema. Man bzw. Frau starb in Zeiten vor den unseren, starb noch bis vor 200 Jahren auch in Europa, nicht selten bei der Geburt oder im Wochenbett.
Der Storch als schützendes Tier war den Menschen sehr nah und wichtig. Heute sind Geburten nur noch selten ein Risiko für die Gebärende selbst. Dennoch - von mir kann ich sagen, dass vor der Geburt meines ersten Kindes, Gedanken an meinen eigenen nahen Tod immer wieder querschossen.
Weniger traditionell, dafür in aller Munde ist das Märchen vom Klapperstorch, der die Kinder bringt. Von Sex keine Rede bzw, den gibt es in diesem Märchen grad ja nicht. Woher dieses Märchen stammt weiß ich nicht. Mit Glück hat diese Unterschlagung möglicher ekstatischer Freude eher nichts zu tun. Mit dem Storch, diesem so wunderschön balzenden stolzen Vogel, schon mal gar nichts.
Drum eben, ist kein babybringender Märchen-Klapper-Storch, sondern ein balzender Storch das Glückstier dieser Seite.
Pfiffige Ideen sind der Clou - bei allen Dichtern sowieso :)



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