Mit Wissenschaft lässt sich alles berechnen. Bis auf den kleinen, entscheidenden Rest. Dich.
Goethe Sonett Das Sonett
Das Sonett
Sich in erneutem Kunstgebrauch zu üben,
Ist heil'ge Pflicht, die wir dir auferlegen:
Du kannst dich auch, wie wir, bestimmt bewegen
Nach Tritt und Schritt, wie es dir vorgeschrieben.
Denn eben die Beschränkung läßt sich lieben,
Wenn sich die Geister gar gewaltig regen;
Und wie sie sich denn auch gebärden mögen,
Das Werk zuletzt ist doch vollendet blieben.
So möcht' ich selbst in künstlichen Sonetten,
In sprachgewandter Maße kühnem Stolze,
Das Beste, was Gefühl mir gäbe, reimen;
Nur weiß ich hier mich nicht bequem zu betten:
Ich schneide sonst so gern aus ganzem Holze,
Und müßte nun doch auch mitunter leimen.
(Johann Wolfgang von Goethe)
Anders als Shakespeare, Heine und Rilke hinterlasssen die Sonette von Goethe bei mir einen eher blassen Eindruck. Und das mir, der mir Goethe so oft aus dem Herzen spricht
Goethes Sonette sind korrekt und geschickt geschrieben.
Doch scheinen sie sich für das was zu sagen ihm wichtig war, weniger gut zu eignen. Vielleicht täuscht auch der Vergleich mit anderen Sonett Dichtern.
Immerhin hat der universell begabte Goethe mit diesem oben stehenden ein Sonett geschrieben, in dem er ausdrückt, wie wenig wohl er sich in dieser festen Form des Dichtens fühlt.
So nutzt er Sonette denn als Fingerübungen. Oder nimmt er das Sonett dann doch ernst? Hier zwei weitere Beispiele für die Sonett Kunst von Goethe.
Pfiffige Ideen sind der Clou - bei allen Dichtern sowieso :)




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